Kondensat – Entstehung und Tipps

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Wenn Luft zu Wasser wird

Kondensat entsteht, wenn feuchte Luft abkühlt: Da sie bei sinkender Temperatur weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann als im warmen Zustand, gibt die Luft das Wasser wieder ab. So bildet sich vor allem an kalten, glatten Oberflächen wie Getränkeflaschen, Spiegeln, Fliesen und auch an Ihren Dach- fenstern ein dünner Wasserfilm – das Kondensat. Dies ist ein natürliches Phänomen und kein Qualitätsmangel.

Die moderne, stark gedämmte Bauweise unterstützt dieses Phänomen sogar. Bei geschlossenen Fenstern und Türen sind Neubauten fast so dicht wie Thermoskannen – was zwar gut für die Energiebilanz ist, aber nicht ideal fürs Raumklima. Einen Luftaustausch wie früher durch Fugen und Ritzen gibt es heutzutage nicht mehr. Das Resultat: häufig ein zu hoher Luftfeuchtigkeitsanteil im Haus, der zu Kondensat führt. Dadurch kann es zur Schimmelbildung und somit zu Schäden am Haus und Erkrankungen der Bewohner kommen.

Daher muss in neuen oder modernisierten Gebäuden ein ande- res Lüftungsverhalten erfolgen. Wie Sie dieses umsetzen und welche Lösungen Ihnen VELUX bietet, um Kondensat auch in Ihrem Zuhause dauerhaft zu reduzieren, erläutern wir Ihnen auf den nächsten Seiten.

 

 

Warum Dachfenster beschlagen

Da Scheiben selbst bei modernsten Verglasungen in der Regel die kältesten Flächen im Raum sind, setzt sich an ihnen trotz bester Wärmedämmwerte Kondenswasser zuerst ab.

Hier bildet sich Kondensat am häufigsten

1. Innenscheibe:

 

    • Werden die Räume im Haus nicht alle gleichmäßig beheizt, wandert die warme Luft in die kälteren Räume, z. B. in das Schlafzimmer, und kann dort kondensieren
    • Da der Glasrandbereich kühler ist als die Scheibenmitte, bildet sich hier am ehesten Kondensat2. Fensterrahmen:

 

    • Warme Luft steigt im Haus nach oben ins Dachgeschoss und erzeugt dort einen Überdruck
    • Dieser presst die feuchte Luft durch die Fensterdichtung nach außen – die Luftfeuchtigkeit schlägt sich dann am kühleren Fensterrahmen nieder3. Außenscheiben:

 

    • Moderne, hochwärmegedämmte Verglasungen leiten die Raumwärme kaum nach außen
    • So kann sich an der kühleren Außenscheibe Kondens- wasser bilden
    • Erwärmt z. B. die Sonne die Außenscheibe, verschwindet das Kondensat schnell wieder

 

 

Tipps fürs Heizen

Am besten heizen Sie Ihre komplette Wohnung kontinuierlich und gleichmäßig. So vermeiden Sie, dass die warme, feuchte Luft in kühlere Räume wandert und sorgen dafür, dass die Wärme in den Wänden richtig gespeichert wird. Wer tagsüber die Heizung ausschaltet oder die Raumluft auf weniger als

15 °C herunterregelt, findet am Abend eine ausgekühlte Woh- nung vor und dann kann sich Kondensat bilden.

Wird dann die Heizung wieder aufgedreht, erwärmt sie zu- nächst nur die Raumluft, aber nicht die Außenwände. Diese bleiben kühl und bringen die im Raum befindliche Luftfeuch- tigkeit zum Kondensieren – auch eine ideale Bedingung für Schimmelbildung.

 

    • Die Raumtemperatur aller Räume sollte idealerweise 21 °C betragen
    • Warme Luft muss auch vor den Fenstern ungehindert zirkulieren können, um die Scheiben zu erwärmen
    • Möbel an nach außen liegenden, tendenziell kälteren Wänden mit ausreichendem Abstand stellen, um eine Luftzirkulation zu ermöglichenSorgen Sie für ein gutes Klima in Ihren RäumenBewusstes Heizen und Lüften vermindert nicht nur die Bildung von Kondensat, sondern sorgt auch für ein ge- sundes Raumklima. In modernen Gebäuden hat die Luft- feuchtigkeit kaum Chancen, die Räume zu verlassen. Darum ist eine aktive Regulierung gefragt.

 

 

Tipps zur Lüftung

Neben bewusstem Heizen spielt auch aktives Lüften eine entscheidende Rolle, um Kondensat effektiv zu verhindern. Dabei ist auf das richtige Zusammenspiel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu achten.

 

    • Mehrmals täglich querlüften durch Öffnen aller Dach- und Fassadenfenster
    • Fenster ganz öffnen: Die Wände kühlen bei dauergekippten Fenstern aus. So erhöht sich die Gefahr, dass die Luft- feuchtigkeit kondensiert und sich Schimmel bilden kann
    • Türen beim Kochen und Duschen geschlossen halten und anschließend ausreichend lüften
    • Auf Luftbefeuchter und Verdunster verzichten
    • Vorhänge sollten eine Handbreit Abstand zur Wand haben
    • Bei außergewöhnlicher Luftfeuchtigkeitsbelastung
      (z. B. Wäsche im Raum trocknen) häufiger manuell lüften, auch wenn eine Lüftungsanlage vorhanden ist
    • 50 % Luftfeuchtigkeit im Raum sollten nach Möglichkeit nicht überschritten werden (messbar mit einem Hygro- meter)